Für Thomas Heyder von T-Systems International, der für den Roundtable die Impuls-Einleitung liefert, ist 5G das Paradebeispiel dafür, dass sich der Mehrwert neuer Technologien nicht einfach durch „schneller, höher, weiter“ definiert. Sondern dadurch, dass sich damit komplett neue Möglichkeiten eröffnen. Neue Use Cases und Geschäftsmodelle durch Geschwindigkeit, Connectivity und Interaktion in Realtime, wie sie bislang undenkbar waren.
Die Herausforderung: Einerseits Lösungen und Nutzen für heutige Szenarien und bestehende Probleme zu finden und andererseits offen für künftige Potenziale zu sein, die heute noch gar nicht abschätzbar sind.

Darüber baten wir eine hochkarätige Runde von CIOs und CDOs zur Diskussionsrunde in das neue Innovation Experience Center unseres Co-Hosts T-Systems: Diesmal in kreativer Sitzlandschaft statt am runden Tisch diskutierten: Senad Basic (Andritz AG), Michael Böhm (T-Systems Austria), Thomas Heyder (T-Systems International), Franz Hillebrand (SIGNA Gruppe), Andreas Kieweg (Mayr-Melnhof Karton AG), Bernhard Krautschneider (AWS), Horst Ulrich Mooshandl (Österreichische Post AG), Manfred Ofner (Prinzhorn Holding), Jörg Reinold (Wienerberger AG), Peter Reichstädter (Österreichisches Parlament) und Andreas Stadler (Erste Bank). Moderiert wurde die Diskussion von Michael Dvorak (Herausgeber von DIGBIZ LEADER Media & CIO GUIDE). Fotos von Lisa Resatz/DIGBIZ LEADER Media.


„In den letzten Jahren hat sich enorm viel in die Richtung digitaler Services beim Betrieb der Maschinen beim Kunden getan.“

SENAD BASIC

Global Head of IT Operations, Andritz AG

„In den letzten Jahren hat sich enorm viel in die Richtung digitaler Services beim Betrieb der Maschinen beim Kunden getan.“

SENAD BASIC

Global Head of IT Operations, Andritz AG
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„Andritz ist ein klassischer Anlagenbauer und auch bei uns ist heute ein wesentlicher Anteil unserer Mitarbeiter mit Digitalisierung beschäftigt. Unsere Herausforderung dabei ist, dass wir die Anlagen auf eine Lebensdauer von 30 bis 50 Jahre bauen, und nicht auf zwei oder fünf Jahre, wie das bei anderen Themen der typische Innovationszyklus ist.

Ein eigenes Netz zum Beispiel an einem Standort und einer Fabrik aufzubauen, ist die eine Sache. Das Management einer Vielzahl von Standorten über Landesgrenzen hinweg ist aber ein anderes Thema … eines, bei dem nicht nur technologische Aspekte, wie zum Beispiel 5G oder 4G, hineinspielen, sondern auch eine Reihe andere, wie zum Beispiel logistische, Aspekte.“

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„Von zehn Use Cases für technologische Innovationen werden acht eingestellt, und zwar in erster Linie, weil sie sich scheinbar nicht rechnen. Das gilt es aber schon zu hinterfragen.“

MICHAEL BÖHM

Head of Sales, T-Systems Austria

„Von zehn Use Cases für technologische Innovationen werden acht eingestellt, und zwar in erster Linie, weil sie sich scheinbar nicht rechnen. Das gilt es aber schon zu hinterfragen.“

MICHAEL BÖHM

Head of Sales, T-Systems Austria
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„Man schaut sich dabei nämlich in der Regel die Use Cases an, die wir heute schon kennen, beschäftigt sich aber kaum damit, welche neuen Benefits dadurch enabled werden können. Dass zum Beispiel Augmented Reality zum Kauferlebnis werden wird, indem man sich mit VR-Brille mitten in seine neue Wohnungseinrichtung ‚reinsetzt‘, und dass eine Möbel-Bauanleitung live über 5G übertragen wird, das ist jetzt schon klar absehbar. Und dennoch haben noch nicht viele den konkreten Nutzen, der daraus entstehen wird, auf dem Schirm. Und schon gar nicht komplett neue Szenarien.

In die Endgeräte wird immer mehr an Intelligenz integriert. Vor allem, was die Security angeht, wird das zur Herausforderung, weil es hier noch nicht allzu viele Erfahrungswerte gibt. Auch deshalb, weil darüber kaum jemand redet. Das ist aber notwendig, um Know-how aufzubauen und den Algorithmen hinterher zu kommen.“

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„5G ist das Paradebeispiel dafür, dass eine neue Technologie nicht einfach nur ‚schneller, höher und weiter‘ bedeutet.“

THOMAS HEYDER

Senior Vice President Sales & Service TC International, T-Systems International

„5G ist das Paradebeispiel dafür, dass eine neue Technologie nicht einfach nur ‚schneller, höher und weiter‘ bedeutet.“

THOMAS HEYDER

Senior Vice President Sales & Service TC International, T-Systems International
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„Sondern dafür, wie Technologie komplett neue Geschäftsfelder entstehen lässt und wie sich dadurch tatsächlich die Welt ändern wird.
Netze sind die Grundlage für Digitalisierung und damit die Basis, um höheren Kundennutzen zu schaffen: Alles was vernetzt werden kann, wird vernetzt, und alles was digitalisiert werden kann, wird auch digitalisiert. Im Rückblick wurde auch mit UMTS und dem 3G-Standard die Tür zu einer neuen – mobilen – Welt aufgestoßen, mit Smartphones und einem mobilen Internet, wie sie heute selbstverständlich ist. Bei 5G wird sich die Tür allerdings noch viel weiter öffnen, und die Innovationen werden diesmal um vieles stärker aus der Geschäftswelt kommen.

Wenn wir an völlig neue Themen herangehen, müssen auch die Fragestellungen andere sein. Nicht mehr: Welche bestehenden Dinge will ich mit 5G besser machen? Sondern: Was ist das Problem, das ich lösen will?“

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„Es gibt in unserer Branche viele unterschiedliche Geschwindigkeiten … nicht alles läuft in Höchstgeschwindigkeit ab.“

FRANZ HILLEBRAND

CIO, SIGNA Gruppe

„Es gibt in unserer Branche viele unterschiedliche Geschwindigkeiten … nicht alles läuft in Höchstgeschwindigkeit ab.“

FRANZ HILLEBRAND

CIO, SIGNA Gruppe
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„Sensorik im Gebäude birgt grundsätzlich großes Potenzial. Wenn wir stärker Sensoren verbauen, lässt sich etwa das Thema Mängelmanagement ganz anders handhaben. Weil wir dann zum Beispiel wissen, dass der Boden noch nicht ganz getrocknet war und trotzdem der neue Boden schon daraufgelegt wurde.

Für Innovationen und neue Modelle müssten sich aber auch viele Gewohnheiten und Mechanismen ändern … da geht es noch gar nicht um IoT, sondern das beginnt bei Themen wie einem zentralen Sourcing. Wir können in Österreich und Deutschland beispielsweise keine Waschbecken für alle unsere Baustellen einkaufen, weil hier das Gewerk das Waschbecken und die Gewährleistung dafür liefert. Abgesehen von neuen rechtlichen Fragen, die bei digitalen Innovationen zu klären sind – zum Beispiel: Was dürfen die Sensoren überhaupt melden?“

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„Unsere Prämisse ist es, Digitalisierung nicht unreflektiert da voranzutreiben, wo sie technisch möglich ist, sondern, wo sie sich rechnet.“

ANDREAS KIEWEG

Head of Corporate IT, Mayr-Melnhof Karton AG

„Unsere Prämisse ist es, Digitalisierung nicht unreflektiert da voranzutreiben, wo sie technisch möglich ist, sondern, wo sie sich rechnet.“

ANDREAS KIEWEG

Head of Corporate IT, Mayr-Melnhof Karton AG
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„Natürlich gäbe es eine Reihe von IoT Use Cases, zum Beispiel über die Lieferkette hinweg Kartonprodukte zu verfolgen und dabei Parameter wie Feuchtigkeit und ähnliches zu monitoren. Das rechnet sich derzeit aber nicht, wenn ich die dafür nötigen Sensoren und Devices und die laufenden Kosten für Verbindungen gegenüberstelle. Deshalb liegt für uns der Fokus vorerst in erster Linie darauf, Sensoren- und Maschinendaten aus der direkten Fabrikation abzugreifen und für Geschäftsentscheidungen und für die Optimierung der Produktion aufzubereiten.

5G ist grundsätzlich eine interessante zukünftige Option, wenn man so wie wir 52 Produktionsstandorte auf drei Kontinenten und weltweit einen Vertrieb in 100 Ländern zu managen hat. Darüber hinaus sehen wir vor allem ein Campusnetzwerk als konkretes Anwendungsfeld in der Industrie. Aber hier stellen sich noch sensible Fragen.”

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„5G wird unweigerlich die Welt verändern und auf sehr elegantem Weg Lösungen bringen, die bis jetzt nicht realisierbar waren. Es wird aber nicht der einzige mögliche Weg sein.“

BERNHARD KRAUTSCHNEIDER

Deputy Head of Organisation & Information Technology, Austria Wirtschaftsservice GesmbH

„5G wird unweigerlich die Welt verändern und auf sehr elegantem Weg Lösungen bringen, die bis jetzt nicht realisierbar waren. Es wird aber nicht der einzige mögliche Weg sein.“

BERNHARD KRAUTSCHNEIDER

Deputy Head of Organisation & Information Technology, Austria Wirtschaftsservice GesmbH
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„Für IoT-Anwendungsfälle werden neben 5G auch andere Technologien einsetzbar sein, die es zum Teil heute schon gibt und die sich beispielsweise auf lange Reichweiten, geringere Bandbreiten und wenig Energieverbrauch fokussieren.

Vor allem wird sich auch bei den Endgeräten vieles ändern. Man wird beispielsweise längst nicht mehr so viel mit klassischen Handheld-Geräten arbeiten, sondern viel mehr in die Richtung VR gehen, mit Brillen, aber auch mit ganz anderen Endgeräten, die wir noch gar nicht kennen. Und die Art zu arbeiten, wird sich ebenfalls ändern. Würden beispielsweise Home-Office und Meeting-Räume permanent via Video-Stream miteinander verbunden sein, würde ein ganz anderes Verbundenheits-Gefühl bei der Arbeit über die Distanz entstehen … letztlich ermöglicht durch geringe Latenzen und starke Bandbreiten, wie sie mit 5G kommen werden.“

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„Natürlich beschäftigen wir uns mit Themen wie Drohnen. Wir transportieren allerdings fast 130 Millionen Pakete im Jahr, und das würde heißen, dass permanent tausende von Drohnen über unseren Köpfen herumschwirren.“

HORST ULRICH MOOSHANDL

Leitung Konzern-IT & -Einkauf, Österreichische Post AG

„Natürlich beschäftigen wir uns mit Themen wie Drohnen. Wir transportieren allerdings fast 130 Millionen Pakete im Jahr, und das würde heißen, dass permanent tausende von Drohnen über unseren Köpfen herumschwirren.“

HORST ULRICH MOOSHANDL

Leitung Konzern-IT & -Einkauf, Österreichische Post AG
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„Diese Massenanwendungen sehe ich vorerst nicht. Dafür aber spezifische Anwendungsfälle, zum Beispiel lebensrettende medizinische Produkte auf schnellstem Weg von A nach B zu befördern.

In unserem Umfeld sind wir allerdings mit sehr heterogenen Situationen konfrontiert. Solchen, wo es um 100.000e von Items geht, die es zu tracken gilt und wo wir es mit einem explodierenden Bandbreitenhunger zu tun haben.
Und wir haben mit knapp 1.800 Geschäftsstellen, eigenen und von Partnern betriebenen, eine der größten Retail-Strukturen des Landes. Für die Frage, wie man jeden Partner anbindet, gibt es da zum Teil sehr individuelle Antworten. Und natürlich rückt eine Frage immer mehr ins Zentrum: Welche Art von Daten helfen mir wobei und wie stelle ich die auf einfachstem Weg den Kunden zur Verfügung?“

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„Unser Kernprodukt ist analog – eine Wellpappe-Verpackung. Natürlich sondieren aber auch wir Use Cases, bei denen uns Digitalisierung unterstützen kann. Dazu konzentrieren wir uns auf die Produktion.“

MANFRED OFNER

IT Director, Prinzhorn Holding GmbH

„Unser Kernprodukt ist analog – eine Wellpappe-Verpackung. Natürlich sondieren aber auch wir Use Cases, bei denen uns Digitalisierung unterstützen kann. Dazu konzentrieren wir uns auf die Produktion.“

MANFRED OFNER

IT Director, Prinzhorn Holding GmbH
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„Auf Predictive Maintenance und auf Sensoren und Daten, die uns Informationen über den Zustand der Maschinen liefern. Wenn man so wie wir seit 150 Jahren sehr erfolgreich Papier und Wellpappe-Verpackung produziert, stellt sich im Business die Frage: Bestellung, Transport, Lieferung – das läuft alles erfolgreich, welchen Mehrwert können hier neue Technologien liefern?

Bei der Optimierung bestehender Produktionsprozesse und -kosten sind die Argumente klarer. Die IT muss hier zunehmend eine treibende Rolle spielen, um Offenheit gegenüber neuen Themen zu wecken … und zugleich immer mehr eine Mittlerrolle: Nämlich neue Technologien und Möglichkeiten intern zu positionieren, die man im Unterschied zu früher aber größtenteils nicht mehr selber – sprich firmenintern – umsetzt. Aber nicht jede Innovation ist ja zwangsläufig gut. Das einzuschätzen, wird für die IT zu einer neuen Herausforderung.“

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„Für uns bedeutet die Digitalisierung eine vielfältige Herausforderung … dazu gehört auch die Integration neuer Technologien.“

PETER REICHSTÄDTER

IKT-Leiter / CIO, Österreichisches Parlament

„Für uns bedeutet die Digitalisierung eine vielfältige Herausforderung … dazu gehört auch die Integration neuer Technologien.“

PETER REICHSTÄDTER

IKT-Leiter / CIO, Österreichisches Parlament
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„Zum Beispiel bei der Sanierung des Parlamentsgebäudes sowie einiger Nebengebäude. Daneben halten wir noch zehn andere Standorte auf modernem digitalen Stand und operabel. Und wir managen laufend eine immer größere Anzahl von mobilen Devices und das entsprechende WLAN und haben es auch mit wachsenden Anforderungen durch User zu tun. Vor allem ‚neue‘ Abgeordnete liefern hier einen Innovations-Impact.

Daneben gibt es natürlich noch besondere Spitzenzeiten: Etwa wenn 170 Fernsehstationen zur Wahlberichterstattung mit ihren Kamerateams anrücken, jedes mit vier oder fünf SIM-Karten, und Themen wie Streamen und Bandbreiten zu einer echten Herausforderung werden. Und wir beschäftigen uns natürlich auch mit möglichen Zukunftsszenarien: Zum Beispiel mit potenziellen Innovationen bei digitalen Abstimmungssystemen oder AI im Daten- und Content-Umfeld.“

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„Wir legen unseren digitalen Fokus auf die Frage: Welchen Beitrag können wir leisten, damit nachhaltiger gebaut werden kann und der knappe Wohnraum und die Infrastruktur effizienter genutzt werden können?“

JÖRG REINOLD

Chief Information & Digital Officer, Wienerberger AG

„Wir legen unseren digitalen Fokus auf die Frage: Welchen Beitrag können wir leisten, damit nachhaltiger gebaut werden kann und der knappe Wohnraum und die Infrastruktur effizienter genutzt werden können?“

JÖRG REINOLD

Chief Information & Digital Officer, Wienerberger AG
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„Die Baubranche ist dabei, sich entscheidend zu ändern: Zukünftig wird jedes Produkt vom Produktionsstandort bis zur Baustelle digital verfolgbar sein müssen. Auf diese Weise werden Themen wie etwa CO2-Werte transparent dokumentiert. Zusätzlich wird für die CO2-Werte der gesamte Lebenszyklus des Gebäudes entscheidend sein und nicht nur der Produktionsprozess.

Da, wo früher ein Gutachter entschieden hat, ob das passt oder nicht, sorgen künftig Digitalisierung und Vernetzung dafür, dass es transparent und objektivierbar wird. Analysten werden den Markt benchmarken und Ratings und Zertifizierungen vergeben, ohne dass sich die Unternehmen aussuchen können, ob sie mitmachen wollen oder nicht. Mit allen wirtschaftlichen Konsequenzen, die schlechte Ratings mit sich bringen. Im Security-Bereich ist das heute bereits der Fall, bei Themen wie Nachhaltigkeit wird das kommen.“

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„Heute erwarten sich Bankkunden, dass die wesentlichen Dienste 7×24 und über Mobile Devices zur Verfügung stehen.“

ANDREAS STADLER

CIO - Leitung IT and Operations, Erste Bank

„Heute erwarten sich Bankkunden, dass die wesentlichen Dienste 7×24 und über Mobile Devices zur Verfügung stehen.“

ANDREAS STADLER

CIO - Leitung IT and Operations, Erste Bank
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„Die Erfüllung dieser Ansprüche führt zu großen Herausforderungen an Datenversorgung, Leitungskapazitäten und Applikationsdynamik sowie zu einem massiven Anwachsen der Datenmengen. Man bewegt sich als Bank mit den Daten daher verstärkt in der Online- Welt, in der auch bankfremde Infrastruktur genutzt wird. Gleichzeitig gewinnen Sicherheit und Integrität von Daten und Leistungen immer mehr an Bedeutung.

Einerseits versorgen wir Kunden und Mitarbeiter mit mobilen Lösungen, andererseits zentralisieren wir Applikationen und Daten auch aufgrund des Kostendrucks sowie der Effiziensteigerung. Das produziert sehr viel Traffic und braucht eine entsprechend schnelle und sichere Verbindung. Beispielsweise wenn Transaktionen mit 4-Augen-Prinzip online über Remote Eyes bearbeitet werden. Wir werden daher unter anderem von einem flächendeckenden 5G-Netz profitieren.“

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