Die Forderung nach Agilität ist nicht neu. Angesichts digitaler Geschäftsmodelle, sich rasch ändernder Marktanforderungen und neuer Player, die viele Branchen auf den Kopf stellen, ist sie heute aber so laut und drängend wie nie zuvor. Vor allem das konsequente Nutzen neuer Technologien macht Disruptoren erfolgreich und lässt gewachsene Unternehmen oft alt aussehen. Gerade solche neuen Technologien bieten nun aber die Möglichkeit zurückzuschlagen. Die Ideen und Lösungen dazu kommen zunehmend aus dem Forschungssektor, und da von Einrichtungen wie CERN. Dort hat man es nämlich mit Datenmengen und Collaboration-Szenarien zu tun, die mit konventionellen Modellen nicht zu meistern sind. Und dort als Innovationspartner mit dabei: unser Co-Host T-Systems.

Gemeinsam baten wir eine Runde namhafter CIOs und CDOs zum Roundtable um darüber zu diskutieren, wo und wie diese neuen technologischen Ansätze aus der Forschung auch in anderen Branchen für mehr Agilität sorgen können. Mit am runden Tisch: Karl Astecker (RHI MAGNESITA), Martin Buresch (Kwizda), Jurry de la Mar (T-Systems International), Martin Hackl (BM für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz), Wolfgang Mitzner (AIT), Robert Redl (EVN AG), Michael Ruth (BFI Wien), Alexander Schaefer (EDITEL) und Gernot Schauer (T-Systems).
Moderiert wurde der Roundtable von Michael Dvorak, Herausgeber und Chefredakteur des Digital Business Leader & CIO GUIDE.


„Es müssen erst die Voraussetzungen für den Einsatz neuer Technologien geschaffen werden.“

Karl Astecker

CIO RHI MAGNESITA

„Es müssen erst die Voraussetzungen für den Einsatz neuer Technologien geschaffen werden.“

Karl Astecker

CIO RHI MAGNESITA
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Wenn wir etwa Big Data Analytics in der Produktion einsetzen möchten, muss ich die Maschinen so aufrüsten und harmonisieren, dass wir tatsächlich sämtliche relevanten Daten, die man dazu braucht, sammeln und gegebenenfalls in die Cloud speichern können. Das erfordert erhebliche Investitionen und dann landet man natürlich beim Thema ROI.

Ich habe aber auch noch Bedenken, wenn es um Kernanwendungen in der Cloud geht. Nach wie vor stellt sich da die Frage: Was tun wir, wenn es nicht so klappt, wie wir uns das vorgestellt haben? Wie sieht dann eine Alternative aus?

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„Für CIOs und CDOs kann Cloud-Technologie auch zu einer gewissen Falle werden.“

Martin Buresch

CIO Kwizda Holding

„Für CIOs und CDOs kann Cloud-Technologie auch zu einer gewissen Falle werden.“

Martin Buresch

CIO Kwizda Holding
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Wenn ich die Wahl habe, intern entweder technologische Skills aufzubauen oder solche, die nahe am Business dran sind, werde ich mich vermutlich für letztere entscheiden. Skills aufzubauen geht ja nicht von heute auf morgen und es besteht immer die Gefahr, dass die Technologie-Spezialisten, die man ausgebildet hat, dann abgeworben werden.

Der daraus resultierende Mangel an internem technologischen Know-how, treibt uns gemeinsam mit dem Druck aus dem Business in die Cloud. Und dann stellt sich die Erkenntnis ein, dass diese Lösung auch nicht so einfach ist. Denn das ganze Umfeld von Cloud-Technologie ist sehr komplex.

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„Die Cloud wird oft noch immer einfach nur als eine andere Art gesehen, um Infrastruktur einzukaufen.“

Jurry de la Mar

Head of International Sales T-Systems International

„Die Cloud wird oft noch immer einfach nur als eine andere Art gesehen, um Infrastruktur einzukaufen.“

Jurry de la Mar

Head of International Sales T-Systems International
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Häufig werden auch gerade Routine-Dinge in die Cloud ausgelagert. Aber für die Dinge, die man tagtäglich immer gleich macht, braucht es am wenigsten agile Modelle.

Die Frage, die man sich stellen muss, ist nicht: Was kann ich am einfachsten rausgeben, sondern wo muss ich wirklich agil sein? Und das entscheidende Kriterium ist dabei nicht: Steht der Rechner bei mir oder nicht? Sondern: Mit welcher Architektur sorge ich dafür, dass ich Jobs und Container bereitstellen kann, genau dann, wann ich sie brauche?

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„Um agil zu sein, braucht es bei weitem nicht nur die technologischen Voraussetzungen.“

Martin Hackl

CDO BM für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz

„Um agil zu sein, braucht es bei weitem nicht nur die technologischen Voraussetzungen.“

Martin Hackl

CDO BM für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz
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Aus meiner Sicht sind die technologischen Werkzeuge vorhanden, die Herausforderung ist für mich vielmehr diese auch zielgerichtet in Lösungen für die Geschäftsbereiche zu bringen – dabei stellt sich auch die Frage des begleitenden Change Management. Es geht ja nicht nur darum, eine Software agil zu entwickeln, sondern es braucht auch agile Infrastrukturen, Organisationen sowie Entscheidungswege. Zwischen all diesen Faktoren gibt es eine starke Wechselwirkung.

Allen voran stellt sich die strategische Frage: Was treibt mein Unternehmen und worauf muss ich in Zukunft reagieren können?

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„Welche Technologie hinter einem Service steht, ist für mich eigentlich nicht mehr relevant.“

Wolfgang Mitzner

CIO AIT Austrian Institute of Technology

„Welche Technologie hinter einem Service steht, ist für mich eigentlich nicht mehr relevant.“

Wolfgang Mitzner

CIO AIT Austrian Institute of Technology
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Für mich ist entscheidend, ob ein Cloud-Service genau das liefert, was ich brauche. Anders als im Consumer-Bereich braucht es in Unternehmen und großen Organisationen aber einfach Zeit, bis die Cloud-Services das flächendeckend können.

Agilität ist wichtig um Wettbewerbsvorsprung am Markt zu erzielen und um auf geänderte Anforderungen rasch reagieren zu können. Aber man darf sich davon nicht zu vorschnellen Entscheidungen treiben lassen, bei denen man Zusammenhänge und Wechselwirkungen übersieht. Und die werden immer komplexer. Die Kunst ist die Balance zwischen Agilität und Stabilität.

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„Wie skaliere ich Cloud- und Open Source-Technologien auf kleinere Organisationen herunter und zwar so, dass es sich rechnet?“

Rober Redl

Themen-Verantwortlicher Digitalisierung EVN AG

„Wie skaliere ich Cloud- und Open Source-Technologien auf kleinere Organisationen herunter und zwar so, dass es sich rechnet?“

Rober Redl

Themen-Verantwortlicher Digitalisierung EVN AG
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Wenn man intern Ressourcen und Skills aufbauen muss, wird das Ganze teuer. Und ich lande bei Fragen wie: Wie bewerte ich diese Leute, die sich mit diesen Themen beschäftigen? Wie finde ich sie vor allem auf dem Markt? Und wie schaffe ich es, solche Ressourcen neben dem laufenden Betrieb aufzubauen? Das ist eine riesige Herausforderung, die ein einzelnes Unternehmen bis an die Grenzen und oft darüber hinaus fordert.

Und sie wird laufend größer, weil die Komplexität hier um vieles rascher zunimmt als bei klassischen Rechenzentrums-Themen.

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„Es geht nicht in erster Linie nur um Bedenken gegen neue Technologien, sondern um nötige Entwicklungsschritte.“

Michael Ruth

Leiter IT bfi Wien

„Es geht nicht in erster Linie nur um Bedenken gegen neue Technologien, sondern um nötige Entwicklungsschritte.“

Michael Ruth

Leiter IT bfi Wien
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Wir gehen den selektiven Weg: ERP betreiben wir im klassischen Rechenzentrum, für die Interaktion mit unseren Kunden im Web und für E-Learning-Angebote setzen wir Cloud- und Container-Technologie ein.

Natürlich gibt es aber auch noch echte Bedenken wie beim Thema Datenschutz. Einer unserer größten Kunden ist das AMS, das heißt, bei uns geht es um Daten von Arbeitsuchenden genauso wie von Kindern und Jugendlichen, also um extrem sensible. Wenn man die in der Cloud liegen hätte, zucken sämtliche Juristen zusammen.

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„Die Frage ist: Wie orchestriert man die Cloud-Technologie auf der Software-Seite?“

Alexander Schaefer

CIO EDITEL Austria

„Die Frage ist: Wie orchestriert man die Cloud-Technologie auf der Software-Seite?“

Alexander Schaefer

CIO EDITEL Austria
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Infrastruktur in die Cloud outzusourcen ist nicht das Problem, die Integration auf der Software-Seite aber schon. Auch mit Open Source-Produkten geht da nicht alles so einfach, etwa wenn man auf Bugs stößt, die man heute nicht mehr erwartet hätte. Man ist also gezwungen, selbst Kompetenzen und Qualitätssicherung für Cloud-Services aufzubauen, weil man deren Verfügbarkeit für das eigene Business und vielleicht auch für Kunden letztlich selbst sicherstellen muss.

Natürlich kann man versuchen, mit Cloud-Anbietern SLA’s und Pönalen zu vereinbaren, aber man ist dann unter Umständen bei Schadensszenarien, die in die Millionenhöhe gehen.

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„Genauso weiter zu machen wie bisher ist sicher nicht die richtige Strategie.“

Gernot Schauer

Head of Sales & Service T-Systems Austria

„Genauso weiter zu machen wie bisher ist sicher nicht die richtige Strategie.“

Gernot Schauer

Head of Sales & Service T-Systems Austria
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Bei vielen unserer Kunden ist die Realität, dass sich Kernthemen nicht einfach von heute auf morgen in die Cloud transferieren lassen.Aber gerade da gilt es sich eine Strategie zu überlegen: Kann ich mich bei diesem Thema Schritt für Schritt cloud ready machen oder wähle ich gleich einen ganz neuen Ansatz?

Die Kernfrage ist, ob ich Agilität tatsächlich als Erfolgsfaktor im künftigen Wettbewerb verstehe oder einfach nur da und dort an einer Schraube drehen will.

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